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... diskutiert nur das randständigste und das auch noch gnadenlos subjektiv. Sage keiner, er sei nicht gewarnt worden. Achja, und für die Inhalte der verlinkten Seiten bin ich nicht verantwortlich, aber die Rechte für die hier veröffentlichten Bilder gehören ausnahmslos mir.

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Mittwoch, 9. April 2008

Resignierte Romantik

Beim rumkramen in alten Papierbergen flatterte mir ein Notizzettel entgegen. Darauf stand folgendes Zitat:

"Wenn wir heute keine Wunder mehr erleben, so zeigt dies nicht, daß wir klüger, sondern daß wir temperamentloser, phantasieärmer, instinktschwächer, geistig leerer, kurz: daß wir dümmer geworden sind. Es geschehen keine Wunder mehr, aber nicht, weil wir in einer so fortgeschrittenen und erleuchteten, sondern weil wir in einer so heruntergekommenen und gottverlassenen Zeit leben."

Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, S. 238 f.

Die "Kulturgeschichte der Neuzeit" ist so in etwa eines meiner absoluten ewigen Lieblingsbücher. Man kann es mehrmals lesen und immer wieder wird man die gleichen Stellen genial finden und dabei trotzdem jedes Mal was neues herauslesen.
Und obiger Satz ist stilistisch repräsentativ, allerdings kein witziger, und Egon Friedell hat in diesem Monumentalwerk auch Sätze diesen Stils in witzig. Nur anscheinend habe ich die nicht rausgeschrieben.
Ein Grund mehr, die beiden Bände mal wieder zur Hand zu nehmen.

Montag, 29. Oktober 2007

Endlich mal die Wahrheit

Mit schöner Regelmäßigkeit kriegt man zu Anfang eines Semesters einen ganzen Stapel an Büchern ans Herz gelegt. Meist überhöre ich diese Werbeblöcke, denn damals bei der Erstsemesterveranstaltung, die nun auch schon wieder bisschen was her ist, bin ich auf so eine "Empfehlung" reingefallen. Das Buch steht jetzt hier im Regal und macht wegen seines Formates noch nichtmal eine gute Figur. Hineingeschaut habe ich nur sporadischst. Danach hat es gedauert, bis ich mir wieder mal eines dieser von Dozenten wärmstens empfohlenen Büchern tatsächlich gekauft habe. Alles auch irgendwo eine Vertrauensfrage, und letztlich eine Geldsache.

Im letzten Semester, muss man dazu sagen, waren die Empfehlungen allerdings Gold wert, nein, mehr als Gold wert, denn aus einer subjektiv ziemlich aussichtslosen Verzweiflungssituation am Anfang wurde am Ende ein hübscher Schein mit auch objektiv ausgesprochen hübscher Note. Das habe ich natürlich nicht nur, aber auch nicht zuletzt den Literaturempfehlungen zu verdanken.

Aus diesem Grund war ich zu Anfang dieses Semesters also den Werbeblöcken gegenüber sehr aufgeschlossen. Im Öffentlichen Recht sind sie zwar spur- und irgendwie auch chancenlos an mir vorübergegangen (ICH brauche definitiv KEINEN ganzen Kommentarband zum sowieso schon obsoleten Verfassungsvertrag der EU!). Im Proseminar Politische Theorie und Ideengeschichte habe ich aber hingehört, auch aus einem Interesse an der Materie heraus, und nach kurzer Bedenkzeit bin ich zum Buchhändler meines Vertrauens gepilgert und habe mir dann also die Empfehlung angeschafft. Ganz frisch, noch nichtmal die Bib hat das Buch schon.

Bisher bereue ich es jedenfalls nicht, sogar Rawls haben sie drin, zumal es auch einige erheiternde Stellen gibt. Was zum Beispiel ist von folgendem Fund in der Einleitung zu halten?

"Die Herausragenden in einem bestimmten Fach, wie dem der politischen Philosophie, sind in der Regel diejenigen, die schwierige Fragen virtuos beantwortet haben und umgekehrt."
Michael Becker, in: Becker/Schmidt/Zintl, Politische Philosophie, Paderborn 2006, S. 20.

Die ganz Großen in der politischen Philosophie sind diejenigen, die virtuose Fragen schwierig beantwortet haben?
Man kann jetzt nicht sagen, man hätte das bei so mancher Lektüre nicht irgendwo schon geahnt (Kant! Wah!), aber in einer solchen schonungslosen Klarheit hab ich das noch nirgends gelesen.

Auf jeden Fall ein Pluspunkt.

Sonntag, 18. Februar 2007

Ganz genau, Herr Goethe

Mann mit zugeknöpften Taschen,
Dir tut niemand was zulieb:
Hand wird nur von Hand gewaschen;
Wenn du nehmen willst, so gib!

Johann Wolfgang Goethe, "Wie Du mir, so ich Dir"

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Bin ich links?

Von Piesty in seinem Kommentar zu diesem Beitrag hier auf den besten Text aufmerksam gemacht worden, den ich je zum Thema "Was ist heute links?" gelesen habe. Der ausgesprochen gut und leicht zu lesende Text von Erhard Eppler lässt sich hier finden.

Als Appetizer ein paar Glanzstücke:

Zum Thema Privatisierung des Strafvollzugs: Aber wer sein Geld in Gefängnissen angelegt hat, ist auch an deren Auslastung interessiert.

Zum Thema Ökonomisierung des Bewusstseins und "Geiz ist geil"-Mentalität: Für mittelalterliche Theologen wie für die Aufklärer des 18. Jahrhunderts wäre „Geiz ist geil“ das Motto einer heruntergekommenen Gesellschaft.

Zum Thema Staatsstrukturprinzipien und ihr Wert: Links ist es daher, den demokratischen Rechts- und Sozialstaat mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, mitsamt seinem Gewaltmonopol. Denn keine Gesellschaft erleidet mehr Ungerechtigkeit als eine, in der die Sicherheit zur Ware wird, die nur noch wenige sich leisten können.

Und zuguterletzt eine feine Spitze in Richtung neue "linke",ich sachma, "Bewegungen": Links ist europäisch. Wer so tut, als müsse man nur im Nationalstaat alles so machen wie die Sozialliberalen in den Siebzigerjahren, ist nicht links, sondern populistisch.

Ich muss unbedingt mehr von Erhard Eppler lesen.
Nach Erhard Epplers Definition schäme ich mich absolut nicht, mich links zu nennen. Wer jetzt wissen will, was das heißt, der sei an den Text verwiesen...

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Hallo Wintersemester

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.


Sagt Hermann Hesse (und zwar hier) und ich verehre nicht nur Heine und Goethe...
Wohlan denn, Hirn, auf eine neue Runde!

Montag, 25. September 2006

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten...

Wenn ich groß bin und mir langweilig ist, weil aus all meinen großen Plänen doch nichts geworden ist und nicht mal Aldi mich mehr als Putzkraft einstellen will, wenn ich also völlig umsonst studiert und ich doch meine Wohnkartonvermietung für mittellose Akademiker und andere Angehörige der génération précaire aufgebaut habe und ich so zu bescheidenem Wohlstand gekommen sein werde, dann werde ich mich Buchprojekten widmen. Sie werden Namen tragen wie Die Weltformel, Kamel und Nadelöhr, Superman - Ein Leben in Leggins, Faust III. Und: Also sprach Heinrich Heine.... Weil ich diesen Dichter so sehr verehre, diesen Romantiker und Ironiker, der seiner Zeit so weit voraus war und unserer manchmal auch. Aber die Loreley wird überbewertet. Stattdessen lieber:

Wo?

Wo wird einst des Wandermüden
Letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd ich wo in einer Wüste
Eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste
Eines Meeres in dem Sand?

Immerhin! Mich wird umgeben
Gotteshimmel, dort wie hier.
Und als Totenlampen schweben
Nachts die Sterne über mir.


Achja, und mein Buchprojekt gegen Rechts wird natürlich heißen: Denk ich an Deutschland in der Nacht... Auch wenn Nachtgedanken damit schon ein bisschen schief interpretiert wird.

Freitag, 28. Juli 2006

Wahrheiten

Ich habe von den sowieso normalen Semester-180 kurzzeitig auf gesundheitsgefährdende Klausur-250 geschaltet und befinde mich nun seit gestern abend endlich im lang herbeigesehnten Leerlauf - die Klausur ist geschrieben und die Semesterferien haben angefangen. Die Abkühlung und das "Einfach-mal-so-in-die-Stadt" fahren von heute mittag tun ihr weiteres um meine Stimmung aufzuhellen, denn ich war schon so lange nicht mehr in der Innenstadt, dass ich fast vergessen hatte, wie schön es da sogar bei Regen ist. Und wie schön es ist, ganz viel Zeit zu haben und kein schlechtes Gewissen.
An Tagen wie heute werden einem wieder ein paar Wahrheiten klar:

Wahrheit I

"Even heroes have the right to bleed"
Five For Fighting, Superman

Wahrheit II

"You don´t need to find answers for questions never asked of you"
Bloc Party, Two more years

Wahrheit III

"I´m not crazy. I´m just a little unwell."
Matchbox Twenty, Unwell

Freitag, 7. Juli 2006

Optimistisches Manifest

Artikel 1

"Ich lebe mich durch eines der schönsten Leben"
Tomte, Geigen bei Wonderful World

Artikel 2

"Schwarz wird zu grau wird zu rot wird zu Licht"
Kettcar, Nacht

Artikel 3

"Ich kann mit allen 10 Füßen in 20 Türen und mit dem elften in der Nase Ballette aufführen"
Wir sind Helden, Müssen nur wollen

Artikel 4

"Trouve un chemin vers l´arc-en-ciel, se decouvrira le printemps"
Keine Ahnung von wem, is aber auf alle Fälle aus dem Film "Les Choristes" ;-)

Artikel 5

"Take a glorious bite out of the whole world"
Snow Patrol, You could be happy

Ja, heute gehts mir gut, ich bin ein bisschen netter als sonst, ein bisschen weniger sarkastisch, überhaupt nicht zynisch und eher bereit zuzugeben, dass ich die Welt um mich herum heute großartig finde. :-)

Find ich hörenswert


Kettcar
Sylt

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Zuletzt aktualisiert: 23. Jun, 19:58

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